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Klangwelten zwischen „Mensch und Natur“ beim Frühjahrskonzert des Blas-Orchesters Rodde

26. März 2026

Ein facettenreiches und vielstufiges Konzert erlebten die Zuhörer in der sehr gut besuchten Stadthalle Rheine, als das Blas-Orchester Rodde mit mehr als 70 Musizierenden ein unterhaltsam-nachdenkliches Programm darbot. Unter dem Leitmotiv „Mensch und Natur“ verband die Musikfolge eindrucksvoll Naturbilder mit menschlichen Emotionen – mal kraftvoll und bildgewaltig, mal berührend und besinnlich.

Ein besonderes Augenmerk lag an diesem Abend auf dem musikalischen Nachwuchs. Die Bläserbande, die Flexi-Bläser sowie die Erwachsenen-Bläserklasse zeigten eindrucksvoll, wie lebendig und erfolgreich die Bildungsarbeit ist. Unter der Leitung von Hanna Staggenburg, Leonie Tews und Benedikt Ricken präsentierten die jungen Musikerinnen und Musiker mit „Wolfgang aus Tirol“ und „Smoke on the Water“ zwei mitreißende Beiträge, die sie mit sichtbarer Spielfreude und bemerkenswerter Sicherheit vortrugen. Auch die stark angewachsene Erwachsenen-Bläserklasse unter der schwungvollen Leitung von Annegret Berger überzeugte mit ihren Stücken „Wir kommen“, „Salzburg Dance“ und „Beetle Boogie“. Mit rhythmischer Präzision und hörbarer Begeisterung bewiesen die Musikerinnen und Musiker, dass der Einstieg in die Welt der Musik in jedem Alter gelingen kann.

Mit „Silva Nigra“ von Markus Götz entführte das Orchester das Publikum in die geheimnisvolle Atmosphäre des Schwarzwalds. Dichte Klangfarben und dynamische Steigerungen machten die Natur mit Sonnenaufgang, einer Wanderung mit einer Station an einem Kloster und einem großen Fest musikalisch erfahrbar. Einen spannenden Kontrast dazu bildete das Werk „Night Birds“ (Thiemo Kraas), das die harte und zugleich faszinierende Welt der Bergwerksarbeit musikalisch einfing. Rhythmische Exaktheit und dunkle Klangnuancen vermittelten eindrucksvoll das Gefühl von Tiefe und Enge. Das Werk endete mit einem fulminanten Schluss - mit dem „Steigerlied“ als authentisch-exponierte Grundmelodie.

Besonders eindringlich geriet das Werk „Schmelzende Riesen“ (Armin Kofler), das sich dem Thema Klimawandel widmete. Hier zeigte das Orchester seine ganze Ausdrucksstärke: Zerbrechliche Passagen wechselten mit mächtigen Rhythmus- und Klangwellen und zeichneten ein bewegendes Bild der bedrohten Natur.


Neben diesen programmatischen Werken kamen auch die menschlichen Emotionen nicht zu kurz. Mit „Concerto d’Amore“ von Jacob de Haan gelangen gefühlvoll-tänzerische Momente, während „Tränen lügen nicht“ beim Publikum für Wiedererkennung und emotionale Nähe sorgte. Auch Marschmusik-Fans kamen mit zwei Werken von Julius Fucik auf ihre Kosten, wobei insbesondere der weltbekannte und anspruchsvolle „Florentiner Marsch“ herausstach.

Durch die Werke führte Dirigent Reinhard Greß mit Klarheit, Präzision und ausdrucksstarker, zugleich unaufgeregter Zeichengebung. Dynamische Entwicklungen wurden fein abgestuft gestaltet und die großen Spannungsbögen und emotionalen Momente sensibel herausgearbeitet.

Die Moderatorinnen Pia Hibbe und Nele Vienerius führten durch den Abend, indem sie mit informativen und zugleich kurzweiligen Beiträgen den Zuhörern wichtige Einblicke in die Werke und deren Hintergründe ermöglichten.

Das Publikum dankte allen Mitwirkenden mit langanhaltendem Applaus und großer Begeisterung. Ein Konzert, das nicht nur musikalisch überzeugte, sondern auch zum Nachdenken über das Verhältnis von „Mensch und Natur“ anregte.