Forsteinrichtung der FBG 2025
Hat sich der Wald im Raum Hörstel Rheine seit den letzten zehn Jahren verändert? Sicher, denn die Bäume wachsen weiter, sterben ab und junge ergänzen die dadurch entstehenden Lücken im Wald. Binsenweisheit, doch was hat sich tatsächlich verändert, eine wichtige Frage für die Waldbesitzer. Denn der Wald ist neben den vielen Funktionen, wie Naturschutz oder Erholung auch ein Wirtschaftsobjekt. Daher wird alle zehn Jahre für größeren Waldbesitz eine Inventur und eine Planung vorgeschrieben. Diese Vorgabe gilt auch für Zusammenschlüsse von Waldflächen mehrerer Eigentümer, wie der Forstbetriebsgemeinschaft Rheine Hörstel (FBG) mit gut 2600 Hektar Wald. Um an exakte Daten, wie Baumart, Alter der Bäume, Masse an Holz und Zuwachs zu kommen, haben die beiden Forsteinrichter, Bernhard Plaggenborg und Martin Hubrig, zwischen April und August 2025 Daten in allen Wäldern erhoben, die zur FBG gehören. Herausgekommen ist neben dem Kartenwerk eine umfangreiche Datensammlung für jeden einzelnen Eigentümer, aber eben auch für die gesamte FBG. Um jedem Waldbesitzer gerecht zu werden, hatten die beiden Fachleute im Bürgersaal des Heimathauses Bevergern am 21. und 22. Januar in Einzelgesprächen die Daten erläutert. „Die Ergebnisse aus dieser Forsteinrichtung sind für Waldbesitzer nicht nur interessant, aus diesen wird auch die zukünftige waldbauliche Planung entnommen. Und“, so ergänzt der Forstmann Maik Hoesmann, „sind die Daten bei eventuellen Kalamitäten, wie Sturm oder Borkenkäferbefall, wichtig für eine steuerliche Bewertung.“ Damit auch die Planung für die nächsten zehn Jahre gewährleistet ist, standen der zuständige Forstmann, Maik Hoesmann sowie der Erste Vorsitzende der FBG, Dr. Mark Overesch und die Geschäftsführerin der FBG, Stefanie Wörmann, zu Gesprächen zur Verfügung. Anhand der Farbe, kleiner Kreise und Kästchen in den Karten sind Baumart und Mischungen der Bestände zu erkennen. Die Einzeldaten befinden sich dann in einer Tabelle, wo auch ein planerischer Vorschlag aufgenommen wird. Von den gut 200 Waldbesitzerinnen und Waldbesitzern der FBG im Raum Rheine und Hörstel nutzen diese Möglichkeit über 80 Personen. Eine gute Organisation war an diesen Tagen unbedingt erforderlich. Dafür war die Geschäftsführerin der FBG, Stefanie Wörmann verantwortlich.
Was hat sich verändert in den letzten zehn Jahren? Die Kiefer war und bleibt Hauptbaumart, was hauptsächlich aus den überwiegend armen Böden resultiert. Es folgen Eiche und Baumarten mit kürzerem Lebensalter, wie beispielsweise Birke. Die Buche, die in den letzten Jahren stark gelitten hat, nimmt gut fünf Prozent der Waldfläche ein. Bedingt durch den starken Borkenkäferbefall ist die Fichte fast verschwunden.
Text: Klaus Offenberg
Foto: Waldbesitzer lassen sich Daten ihres Waldes erläutern. (Foto Klaus Offenberg)