Viel Interesse zu Themen für Rodde

Was Rodde betrifft…Informationen durch den Stadtteilbeirat Rodde/ Kanalhafen
Über 30 interessierte Bürgerinnen und Bürger aus Rodde waren zur Sitzung des Stadtteilbeirates Rodde/ Kanalhafen ins Pfarrheim von St. Josef gekommen und wurden dort vom Vorsitzenden Uwe Drosten herzlich willkommen geheißen. Der Stadtteilbeirat war fast vollzählig vertreten sowie Michael Staggenborg als Vertreter der Stadt Rheine und Frau Weckenbrock (SPD) vom Kreistag. Das Wasserstraßen Neubauamt Datteln (WNA) und die Deutsche Bahn hatten jeweils zwei Gastrednerinnen und -redner geschickt.
Nachdem das Protokoll der letzten Sitzung vom März, bei der die Neuwahlen des Stadtteilbeirats stattgefunden hatten und einige wichtige Ideen und Strategien für Rodde erörtert worden waren, von Schriftführer Jan Haring vorgestellt worden war, kamen die Vertreter von WNA und Bahn zu Wort. Da in Rodde derzeit zwei Großbaustellen mit der gesperrten Eisenbahnunterführung am Listweg und dem Neubau des Schleusenbaubeckens bereits bestehen und diese Baumaßnahmen noch erheblich erweitert werden müssen, war es sehr aufschlussreich, von Experten den genauen Ablauf erläutert zu bekommen.
Vom WNA standen Frau Martin und Frau Reimann Rede und Antwort. Mithilfe einer Bildpräsentation und einem schematischen Film zum Ablauf der Bauabschnitte erklärte Frau Reimann sehr anschaulich die einzelnen Bauabschnitte. Bislang liefen die Baumaßnahmen im geplanten Zeitrahmen, obwohl das erste kleine Schleusenbecken als Überraschung freigelegt wurde und teilweise zurückgebaut werden musste, um ausreichend Platz für den Neubau zu haben. Laut Plan soll die neue Schleuse im Juni 2028 eingeweiht werden. Eine besonders intensive Bauphase wird im dritten Quartal 2027 der Einbau der neuen Schleusenbrücke sein, da es in diesem Zeitraum laut Frau Reimann zur tage- bzw. wochenweisen Sperrung der Kanalüberquerung kommen wird. Der aufmerksame Zuhörer behielt diese Information im Gedächntis.
Von der Deutschen Bahn waren Herr Vorwerk und Herr Zimmer gekommen. Letzter hatte ebenfalls eine Bildpräsentation mitgebracht, um den komplexen Ablauf der Baumaßnahmen etwas verständlicher zu machen: damit die großen Frachtschiffe zukünftig unter der Eisenbahnbrücke hindurchpassen, muss eine neue Eisenbahnüberquerung (EÜ) mit 90 cm mehr Durchfahrthöhe gebaut werden. Dazu muss auch der Bahndamm höher gelegt werden, was bei der zweigleisigen Strecke abwechselnd erst auf der Südtrasse und ab 2028 auf der Nordtrasse erfolgt. Zunächst wird die alte EÜ abgebaut, dann können die vor Ort konstruierten Widerlager seitlich eingeschoben und die neue EÜ aus den angelieferten Teilkomponenten zusammengebaut werden. Gleichzeitig muss die Baustelle der Unterführung „Listweg“ mit neuen Widerlagern, aber leider in alter Breite und Höhe fertig gestellt werden und es wird die Unterführung „Zur Helle“ erneuert, was natürlich mit einer Sperrung einhergeht. Während dieser Zeit findet auf der Bahnstrecke von Juli bis Oktober 2027 kein Verkehr statt. War im dritten Quartal 2027 nicht auch die tage- bzw. wochenweise Sperrung der Schleusenbrücke? Was würde dies für die Anlieger der betroffenen Ortsteile bedeuten? Wie könnte ein Krankenwagen bei Notfällen in dieser Zeit dorthin gelangen? Es soll laut Aussage der offiziellen Vertreter eine enge Abstimmung zu diesen Terminen geben. Wie eine sinnvolle Verkehrsführung in dieser Zeit aussehen könnte, dazu wird der Stadtteilbeirat explizit nachhaken.
Für das Erhöhen der Bahntrasse Süd und danach der Bahntrasse Nord sind derzeit keine Nachtarbeiten vorgesehen. Herr Zimmer erklärte, dass die Bahn die Anwohner stets auf dem Laufenden zu den Baumaßnahmen halten würde. Um für die Anwohner von „Spitzendorf“ und „Im Lau“ eine geringere Beeinträchtigung der Wohnqualität durch die erforderliche Lärmschutzwand zu erzeugen, setzt die Bahn jetzt auf die Variante „Meta Window“. Diese kommt auf die Stützwand für den erhöhten Bahndamm und ist tageslichtdurchlässig, aber mit höheren Kosten verbunden. Man rechnet mit der endgültigen Freigabe Anfang 2027.
Hinsichtlich gesperrter Eisenbahnunterführungen und Neubau der Schleusenbrücke darf außerdem die geplante Stromtrasse durch Amprion auf der westlichen Seite Roddes nicht vergessen werden.
Der Stadtteilbeirat stellte die aktuellen Anliegen für Rodde und Kanalhafen vor. Für den Erhalt der Baustraße für den Schleusenneubau wurde eine Eingabe bei der Stadt gemacht, woraufhin eine Ortsbesichtigung stattfand und im Bau- und Mobilitätsausschuss der Beschluss gefasst wurde, die Planungskosten der Baustraße festzulegen. Nun muss man den weiteren Verlauf abwarten.
Ein Dauerthema für Rodde ist das Baugebiet „Im Lied Süd – Teil C“. Dort soll nach den letzten Starkregenereignissen das sog. Schwammstadtprinzip überprüft werden, was mit dem darunterliegenden Klippgestein eine Herausforderung darstellen könnte. Wenn alles klappt, könnte das Baugebiet diesen November im Bauausschuss eingebracht und im besten Fall 2028 mit Kanalisation, Versorgungsleitungen und Baustraße ausgestattet sein.
Für die Grundschule in Rodde soll dieses Jahr nicht nur für die Canisiusschule insgesamt ein Tag der offenen Tür in Altenrheine und Schnupperunterricht in Altenrheine, sondern am 13.10. vormittags eine Schnupperstunde am Teilstandort Rodde stattfinden. Außerdem wird bei der Anmeldung der Kinder von vorneherein gefragt, welcher Betreuungsbedarf nach dem Unterricht besteht, damit berufstätige Eltern auch Rodde in Betracht ziehen können. – Derzeit besteht keine Absicht der Schulbehörde, die Grundschule in Rodde zu schließen und es wird an die Eltern in Rodde appelliert, für ihre Kinder die Schule in fuß- oder fahrradreichweite zur wählen. Der jahrgangsübergreifende Unterricht kann in der Schnupperstunde live erlebt werden.
Im Rahmen der Dorfentwicklung mit den vorangegangen beiden Dorftagen wird es für Rodde im kommenden Jahr eine Zuwendung der Stadt geben. Drei der sechs teilnehmenden Stadtteile, z.B. Altenrheine hatten diese schon erhalten und gute Ideen umsetzen können. Auch in Rodde wird die Bevölkerung an diesem Prozess beteiligt werden, damit etwas Gutes für die Gemeinschaft entstehen kann.
Unter Verschiedenes wurde der Lückenschluss des Radweges an der Fernrodder Straße angesprochen. Dieses Projekt läuft selbstverständlich weiter und es gibt erste Ansätze dazu. Frau Weckenbrock vom Kreistag wird sich dazu in Steinfurt erkundigen, weil es sich bei der Fernrodder Straße um eine Kreisstraße handelt.
Der Schulgarten an der Canisiusschule Rodde wird derzeit vom jfd bewirtschaftet und könnte etwas Unterstützung gebrauchen. In einem Beet stehen ein schöner Apfelbaum, Luzerne und andere Blühpflanzen. Im zweiten Beet soll die Erde ausgetauscht werden, damit es im nächsten Jahr von den Kindern und Jugendlichen beim Jugendtreff mit größerem Erfolg bepflanzt werden kann.
Die Bürger mit einer Pumpstation zur Abwasserbeseitigung fühlen sich derzeit stark verunsichert, da sie von den TBR eine Kündigung des Wartungsvertrages zum Jahresende erhalten haben und man nicht weiß, wer dies zukünftig durchführen könnte. Seinerzeit schrieb die Stadt Rheine Bewohnern im Außenbereich vor, diese Art der Abwasserbeseitigung einzubauen und die TBR garantierten die jährliche Wartung sowie Reparaturen zu einem erschwinglichen Preis. Hierzu sollte nachgehakt werden.
Aus dem Publikum gab es interessante Anmerkungen und Beobachtungen zum derzeitigen Glasfaserausbau in Rodde. In manchen Straßen gibt es inzwischen Glasfaserleitungen mehrerer Anbieter. Wer dort ein Neubaugrundstück hat, muss sich erst kundig machen, bei welchem Anbieter ein Anschluss möglich ist. Hier stellt sich die Frage nach der Sinnhaftigkeit, Leitungen parallel zu verlegen – kostensparend angesichts angespannter Haushaltslage ist dies mit Sicherheit nicht.
Text: Friederike Eying
Foto: Uwe Drosten – Deutsche Bahn Projekt Rodde/ Herr Zimmer
